Der ausschlaggebende Punkt, sozusagen das Schlüsselerlebnis, was mich überhaupt dazu veranlasst hat, diesen Blog zu eröffnen, war der Sommer 2009, für Rollenspieler ja generell ein unglaublicher Sommer (und es wird sich wohl auch auf Herbst/Winter ausdehnen). Zunächst Divinity 2, dann Venetica, derzeit Risen und in wenigen Wochen Dragon Age. Wow!
Begonnen hat alles am 24. Juli mit Divinity 2 (Larian Studios, Publisher dtp Entertainment). Gleich am Veröffentlichungstag gekauft, hatte ich mit dem Spiel eine Menge Spaß, musste mich aber auch über viele kleine Unzulänglichkeiten ärgern. Ganz abgesehen von offensichtlichen grafischen Problemen (ich habe vorher noch nie ruckelnde Wasser-Shader gesehen), die vielleicht auf Hardware/Treiber-Probleme zurückzuführen sein könnten, störten mich vor allem Quest-Probleme, die mit Sicherheit hardware-unabhängig sind und die ich daher nur auf mangelnde Qualitätssicherung zurückführen kann. Mein Fazit war: Divinity 2 war ein sehr schönes Rollenspiel, hätte aber das Potential gehabt, grandios zu sein, wenn man mehr Zeit in den Feinschliff gesteckt hätte.
Das Problem mit den ruckelnden Shadern wurde zwar anscheinend mittlerweile mit dem zweiten Patch behoben, nur: Was bringt mir der Patch noch? Ich hab das Spiel längst durchgespielt und weiterverkauft.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt bereits ein gebranntes Kind war, kaufte ich mir am 4. September auch Venetica (Deck 13, Publisher bezeichnenderweise wieder dtp Entertainment) bereits am Veröffentlichungstag. Das Ergebnis war erstaunlicherweise nahezu identisch. Venetica ist ein sehr schönes, charmantes Abenteuer und ich hatte viel Spaß damit. Dennoch konnte ich schon in den ersten Spielstunden haarsträubende Probleme entdecken, die so in einem PC-Spiel im Jahre 2009 eigentlich nicht mehr vorkommen sollten. Wenn einen ein Spiel dazu bringt, vor jeder Leiter, die man benutzt, erst mal panisch abzuspeichern, weil man wahlweise beim Betreten der Leiter sich überhaupt nicht mehr bewegen kann oder durch die Spielwelt hindurch fällt, dann kann ich leider nicht von einer durchgängig stimmigen Atmosphäre sprechen. Fazit: Auch Venetica hätte ein überragendes Rollenspiel werden können, wird mir durch einige Unzulänglichkeiten aber mit gemischten Gefühlen in Erinnerung bleiben.
Diese beiden Erfahrungen brachten mich dazu ein simples Regelwerk zu erstellen, an das ich mich in Zukunft strikt halten werde, und welches ich auch kürzlich als Leserbrief an Gamestar geschickt habe, im Übrigen die in meinen Augen mit Abstand beste PC-Spiele-Zeitschrift derzeit. Diese drei goldenen Regeln stehen sinnbildlich eben auch für diesen Blog:
Regel 1:
Warte auf alle Fälle den Gamestar-Test (oder Test der Spielezeitschrift deiner Wahl) ab und lese GENAU die Hinweise über Bugs, bevor du dir ein Spiel kaufst.
Regel 2:
Wenn im Testbericht von vielen Bugs die Rede ist, kaufe das Spiel NICHT, ganz egal, wie toll es ansonsten bewertet wurde und wie interessant das Spiel auch klingen mag.
Regel 3:
Warte, bis das Spiel als Budget-Version auf den Markt kommt, bzw. anderweitig billiger (mindestens halber Preis) angeboten wird. Sollten in der Zeit bis dahin Patches für das Spiel veröffentlicht worden sein, die die Fehler beheben, dann (und NUR DANN) kaufe das
Spiel.
Netterweise wurde der Brief von der Redaktion ausgewählt und in Ausgabe 11/2009 abgedruckt. Herzlichen Dank an dieser Stelle, das hat mich ermutigt, das Thema weiter auszubauen und diesen Blog ins Leben zu rufen. Ich denke, dieses Regelwerk sollten alle Spieler beherzigen, um damit den Publishern (in meinem Fall dtp Entertainment), die uns immer mehr als Beta-Tester missbrauchen, mal einen vor den Bug (ähem, ihr wisst schon
zu knallen.
Als nächstes werde ich mich mit der aktuellen Kopierschutz-Problematik auseinandersetzen.